Stimmen der alten Völker
27 Klangreisen von Berti · AuraSite © 2026

══ Prärie, Berge & Seen (Nordamerika) ══

Lakota — Die nördlichen Great Plains — heute South und North Dakota
Die Lakota gehören zu den Oceti Sakowin, den „Sieben Ratsfeuern“ — einem Bund von Völkern, die Dakota, Nakota und Lakota sprechen. Sie lebten als Reiter der Prärie mit den Büffelherden und zogen mit ihren Tipis über das weite Grasland. Ein Lager stand im Kreis, und jede Familie hatte darin ihren Platz. Das Herz ihres Landes sind die Black Hills, Paha Sapa — „das Herz von allem, was ist“, ein Ort des Gebets und der Visionssuche. Nach dem Goldfund 1874 wurden ihnen die Black Hills genommen; 1980 bestätigte das Oberste Gericht der USA, dass dies unrecht war. Die Lakota haben das angebotene Geld bis heute nicht angenommen — sie wollen ihr Land.
„Mitákuye Oyás'iŋ“: „Wir sind alle verwandt“ — damit enden Gebete. Gemeint sind Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine und Sterne.
Lieder: Lakota Sunrise Ceremony, Lakota — Die Herzschlag-Einheit, Sacred Horse Dance, Voices of the Plains, Spirit of the Ancestors, Sonnenaufgangs-Zeremonie, Jäger-Lied

Anishinaabe (Ojibwe) — Rund um die Großen Seen — USA und Kanada
Die Anishinaabe leben seit Jahrhunderten an den Großen Seen und in den Wäldern des Nordens. Ihre leichten Kanus aus Birkenrinde trugen sie über Seen und Flüsse, und im Spätsommer ernteten sie vom Kanu aus den wilden Reis, Manoomin, der in den flachen Buchten wächst. Wasser ist für sie lebendig und heilig. Bis heute gehen Anishinaabe-Frauen auf lange Wasser-Wanderungen um die Seen, um für sauberes Wasser zu beten.
„Nibi“: „Wasser“ — bei den Anishinaabe tragen besonders die Frauen die Verantwortung, das Wasser zu ehren und zu schützen.
Lieder: Morgen-Wasser-Zeremonie

Apachen (Ndé) — Die Berge und Wüsten des Südwestens — Arizona, New Mexico
Die Apachen nennen sich selbst Ndé oder Indé — „das Volk“. Ihre Heimat sind die zerklüfteten Berge und Canyons des Südwestens, wo sie als Jäger, Sammler und Reiter lebten. Bekannt wurden ihre Anführer wie Cochise und Geronimo, die sich jahrzehntelang gegen die Vertreibung wehrten. Heilig sind ihnen die Gaan, die Berggeister: Beim Kronentanz verkörpern Tänzer sie, um die Gemeinschaft vor Krankheit und Unheil zu schützen. Diesen Tanz zeigen wir bewusst nicht im Bild — nur die Berge, in denen die Gaan wohnen.
„Gaan“: Die Berggeister — nach dem Glauben der Apachen vom Schöpfer gesandt, um die Menschen zu lehren, in Harmonie zu leben.
Lieder: Apachen-Kriegsgesang, Apache — Die Meditation des Kriegerschutzes, Kronen-Tanz der Berggeister

Cherokee (Tsalagi) — Die Blue Ridge und Great Smoky Mountains — heute North Carolina und Oklahoma
Die Cherokee lebten in Dörfern in den bewaldeten Bergen des Südostens, bauten Mais, Bohnen und Kürbis an und hatten schon im 19. Jahrhundert eine eigene Schrift. 1838 wurden sie von den USA gewaltsam nach Westen vertrieben — auf dem „Pfad der Tränen“ starb etwa ein Viertel des Volkes. Einige versteckten sich in den Smoky Mountains; ihre Nachfahren leben dort bis heute. Das heilige Feuer ist die Mitte ihres Stomp Dance: Man tanzt gegen den Uhrzeigersinn um die Glut, und die Frauen geben mit Rasseln aus Schildkrötenpanzern den Takt.
„Kituwah“: Der „Mutterort“ der Cherokee in den Bergen — nach ihrem Glauben gab der Schöpfer ihnen dort ihren Namen.
Lieder: Cherokee — Die Herz-Wald-Meditation, Stomp Dance am heiligen Feuer

Diné (Navajo) — Zwischen vier heiligen Bergen — Arizona, New Mexico, Utah
Die Diné, bekannt als Navajo, sind heute das größte indigene Volk der USA. Ihr Land liegt zwischen vier heiligen Bergen, die wie Pfosten den Himmel tragen: Sisnaajiní im Osten, Tsoodził im Süden, Dookʼoʼoosłííd im Westen und Dibé Nitsaa im Norden. Ihr traditionelles Haus ist der Hogan, rund aus Holz und Erde, die Tür immer nach Osten zur aufgehenden Sonne. Das Wort Hózhó beschreibt ihr Ziel: in Schönheit zu gehen — mit der Natur, den Menschen und sich selbst im Einklang.
„Hózhó“: „In Schönheit gehen“ — ein Leben in Harmonie, Gleichgewicht und Ordnung mit allem, was ist.
Lieder: Diné — Der Weg zur Schönheit (Hózhó)

Hopi — Drei Mesas im Norden Arizonas
Die Hopi leben seit fast tausend Jahren in Dörfern aus Stein auf den Tafelbergen Nordarizonas — Orayvi zählt zu den ältesten durchgehend bewohnten Orten Nordamerikas. In der trockenen Wüste ziehen sie blauen Mais, aus dem die Frauen das hauchdünne Piki-Brot backen. Ihre Zeremonien bitten um Regen und Leben; die Katsinam, geistige Boten, wohnen nach ihrem Glauben in den San Francisco Peaks. Die Hopi bitten ausdrücklich darum, ihre Zeremonien nicht zu fotografieren oder zu zeichnen. Darum zeigen unsere Bilder nur ihr Land, ihre Berge und den Regen — keine Tänzer.
„Hopi“: Der Name selbst bedeutet so viel wie „die Friedvollen“ — Menschen, die in Achtung und Frieden leben.
Lieder: Hopi — Die Vision der Stille, Kachina Geist-Ruf, Schlangentanz Regenruf, Mais-Mahl-Gesang

══ Land der Sonne (Mittelamerika) ══

Maya — Yucatán, Guatemala, Belize — die Regenwälder Mittelamerikas
Die Maya bauten Städte mit Pyramiden mitten im Regenwald und beobachteten die Sterne so genau, dass ihr Kalender über Jahrtausende rechnete. In Chichén Itzá scheint an den Tagundnachtgleichen ein Schatten wie eine gefiederte Schlange die Treppe der Pyramide hinabzukriechen. Die Milchstraße war für sie der Weltenbaum — eine riesige Ceiba, deren Krone den Himmel trägt. Die Maya sind kein verschwundenes Volk: Millionen Menschen sprechen bis heute Maya-Sprachen.
„Wakah Chan“: Der „aufgerichtete Himmel“ — die Milchstraße als Weltenbaum, der Unterwelt, Erde und Himmel verbindet.
Lieder: Maya — Die kosmische Matrix

Azteken (Mexica) — Das Hochtal von Mexiko
Die Mexica, oft Azteken genannt, zogen nach ihrer Überlieferung aus dem Norden, bis ihr Gott Huitzilopochtli — Sonne und Adler — ihnen ein Zeichen gab: einen Adler auf einem Kaktus, der auf einem Felsen im See wuchs. Dort gründeten sie 1325 Tenochtitlan, eine Stadt aus Tempeln, Kanälen und schwimmenden Gärten. Dieses Zeichen trägt Mexiko bis heute in seiner Flagge. Quetzalcoatl, die gefiederte Schlange, war der Gott des Windes, des Wissens und der Kunst. Das Temazcal, „Haus der Hitze“, ist ein Schwitzbad zur Reinigung und Heilung, das es in Mexiko bis heute gibt.
„Tenochtitlan“: Die Stadt im See — gegründet 1325, wo nach der Überlieferung ein Adler auf einem Kaktus saß.
Lieder: Azteken — Die Sonnen-Transformation, Krieger-Ritual Huitzilopochtli, Quetzalcoatl Anrufung, Temazcal Schwitzhütte

══ Die Anden (Südamerika) ══

Inka & Quechua — Die Anden — heute Peru, Bolivien, Ecuador
Das Inka-Reich erstreckte sich im 15. Jahrhundert über tausende Kilometer entlang der Anden, verbunden durch Bergstraßen, Hängebrücken und Terrassenfelder. Machu Picchu, hoch über dem Urubamba-Tal, ist bis heute ein Wunder aus Stein. Inti Raymi, das Fest der Sonne zur Wintersonnenwende, wird seit 1944 jedes Jahr am 24. Juni in Sacsayhuamán über Cusco wieder aufgeführt. Die Quechua, Nachfahren der Inka, ehren Pachamama, die Mutter Erde, und die Apus, die Geister der Berge — etwa mit dem Despacho, einem Bündel aus Gaben, das der Erde zurückgegeben wird.
„Ayni“: Gegenseitigkeit — was man bekommt, gibt man zurück: den Menschen, der Erde und den Bergen.
Lieder: Inka — Die Reinigung der Bergluft, Inti Raymi Sonnenfest, Despacho für Pachamama, Machu Picchu Meditation

══ Tȟatȟáŋka Íyotake — Sitting Bull ══
Tȟatȟáŋka Íyotake — Sitting Bull — war ein Hunkpapa-Lakota, geboren zwischen 1831 und 1837 am Grand River im heutigen South Dakota. Als Junge hieß er „Springender Dachs“; seine Freunde nannten ihn „Langsam“, weil er alles mit Bedacht tat. Er wurde Anführer und heiliger Mann seines Volkes und war einer der Führer, als Lakota und Cheyenne 1876 am Little Bighorn — den die Lakota „Greasy Grass“ nannten — siegten. Danach zog er mit seinen Leuten nach Kanada und kehrte 1881 hungernd zurück. Am 15. Dezember 1890 wurde er in Standing Rock bei einem Verhaftungsversuch getötet. Er gilt bis heute als Sinnbild für den Stolz und die Standhaftigkeit seines Volkes.

„Indianer“ ist ein altes deutsches Wort. Die Völker selbst nennen sich bei ihren eigenen Namen — Lakota, Diné, Hopi, Tsalagi … — und so steht es auch hier. Die Musik ist von Berti, inspiriert von diesen Völkern und ihren Landschaften; es sind keine überlieferten Gesänge. Die Geschichten sind recherchiert, die Bilder künstlerisch.
Frei zum Hören und für nichtkommerzielle Nutzung. Klangkunst zum Entspannen — kein Heilversprechen.
Mit dem Atem des Feuers online: https://aurasite.de/alte-voelker.php
